• Alexander Pigulla

Arbeitsbedingungen in der Schweiz

Aktualisiert: 20. Feb. 2020

Die Schweiz hat vergleichsweise liberale Arbeitsgesetze, doch die Arbeitsbedingungen werden von den Arbeitnehmern dennoch als eher vorteilhaft wahrgenommen. Dies fängt bei den nicht nur Arbeitszeiten und dem Lohn an und endet bei der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der hohen Weiterbildungsquote.


Laut einer Umfrage der Stiftung «EUROFOUND», die sich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa befasst, ist die Schweiz bezüglich der Arbeitnehmerzufriedenheit sogar führend.


Doch wie genau gestalten sich die Arbeitsbedingungen in der Schweiz, besonders bezüglich der Medizinberufe? Dies wollen wir hier ein wenig genauer betrachten.



Arbeitszeiten

Ab dem 20. Lebensjahr haben Arbeitnehmer laut Gesetz 20 Arbeitstage Urlaub. Das Übliche sind aber eher 23 oder 25 Urlaubstage. Ab dem 50. Lebensjahr erhalten Arbeitnehmer in der Regel zusätzliche Urlaubstage.


Löhne

In der Schweiz wird das Thema Lohn eher diskret behandelt. Die Entlohnung ist Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wobei immer mehr Unternehmen Gehaltsbänder einführen, um eine gewisse Vereinheitlichung zu erzielen. Der vereinbarte Lohn ist der Bruttolohn vor Abzug der Sozialabgaben und der Steuern.


Generell klafft die Lohnschere in der Schweiz weniger weit auf als in anderen Ländern, weil hier die Abzüge für Sozialversicherungen und Steuern niedriger sind und die Steuerkurve deutlich flach ist.


Normalerweise findet die Auszahlung um den 25. jedes Monats statt. Der Arbeitgeber führt Sozialversicherungsbeiträge und die Quellensteuer dabei direkt ab. Zusätzlich ist noch eine vom Arbeitgeber bezahlte Kinderzulage üblich, deren Höhe vom Kanton abhängt.


Weihnachtsgeld

Ein 13. Monatsgehalt ist nicht vorgeschrieben, in Gesundheitsinstitutionen aber die Regel. Im Arbeitsvertrag festgelegt ist es fester Bestandteil des Jahreslohns und weder von der Leistung des Arbeitnehmers noch vom Geschäftsgang des Unternehmens abhängig. Ob das 13. Monatsgehalt dabei im Dezember, in zwei Tranchen über das Jahr verteilt oder sogar über die übrigen Monate verteilt ausbezahlt wird, wird dabei im Arbeitsvertrag geregelt.

Probezeit und Kündigungsfrist

In der Schweiz sind Probezeiten von 1-3 Monaten üblich. Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist sieben Tage.


Nach der Probezeit richtet sich die gesetzliche Standardkündigungsfrist nach der Dauer des Angestelltenverhältnisses. Während des ersten Jahres kann ein Arbeitsvertrag mit einer Frist von einem Monat zu einem Monatsende hin gekündigt werden, ab dem zweiten Jahr sind es zwei Monate und ab zehn Jahren drei Monate.


Maximale Wochenstunden und Ruhezeiten

Grundsätzlich dürfen maximal 50 Stunden pro Woche gearbeitet werden, bei höchstens 6 Tagen ohne Unterbrechung. Dabei gibt es jedoch eine Ausnahmeregelung für Kliniken und Pflegeeinrichtungen, nach der Arbeitnehmer dort 7 Tage hintereinander eingesetzt werden können, solange danach eine arbeitsfreie Zeit von mindestens 83 Stunden folgt und die maximale Wochenarbeitszeit von 50 Stunden nicht überschritten wird.


Die gesetzlich festgelegte Ruhezeit beträgt mindestens 11 Stunden. Im Ausnahmefall darf die Ruhezeit auch 8 Stunden betragen, sofern der Durchschnitt über 2 Wochen noch immer bei 11 Stunden liegt. Auch hier gibt es eine Ausnahmeregelung für Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Hier darf die Ruhezeit auch mehrmals wöchentlich auf 9 Stunden gesenkt werden, wenn der Durchschnitt über 2 Wochen bei mindestens 11 Stunden liegt.



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