• Alexander Pigulla

Grenzgänger statt Auswanderer

Aktualisiert: 2. März 2020

Wenn Sie in der Schweiz eine interessante Stelle in Grenznähe finden stellt sich möglicherweise die Frage, ob es nicht auch eine Möglichkeit sein könnte, diese Stelle als Grenzgänger anzutreten. Statt in die Schweiz könnten Sie in diesem Fall in die deutsche Grenzregion ziehen und von dort zu Ihrer Schweizer Arbeitsstelle pendeln.


Diese Variante kann besonders dann lohnend sein, wenn Sie schulpflichtige Kinder haben. Es ist oft nicht leicht in ein fremdes Schulsystem zu wechseln, zumal wenn man sich am Anfang auch noch mit dem Schwyzerdütsch schwertut. Das «Schriftdeutsch», also die geschriebene Sprache, ist zwar nahezu identisch, doch die Gebrauchssprache im Untericht ist meist die Mundart. In der Deutschschweiz wird zudem vielfach Französisch als erste oder zweite Fremdsprache vorausgesetzt.


Auch finanziell ist das Grenzgängertum lukrativ. Man wird nach dem Schweizer Lohnniveau bezahlt und muss in der Schweiz 4,5% Quellensteuer (Stand 2019) zahlen, die der Arbeitgeber direkt abführt, diese wird aber aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens voll mit der deutschen Steuer verrechnet.


Die Lebenshaltungskosten sind auf der deutschen Seite der Grenze natürlich meist deutlich geringer als in der Schweiz. Gleiches gilt für Mieten, Grundstücke und Häuser. Allerdings liegt das Niveau hier dennoch über dem, was man aus anderen Regionen Deutschlands gewohnt ist, denn die Grenzregion ist wohlhabend und wird auch von den Schweizern gern zum Einkauf genutzt, was sich auch in so manchem Preis niederschlägt.


Über die Schweizer Grenze zu pendeln kann Zeit kosten, besonders morgens und abends, wenn dies auch viele andere tun. Bei Stellen in Grenznähe kann das Grenzgängertum aber in jedem Fall eine Option sein, die man erwägen sollte, abhängig von den weiteren Gegebenheiten.



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