• Alexander Pigulla

Grundsätzliches zur Diplomanerkennung

Aktualisiert: 20. Jan. 2020

Wer ausserhalb der Schweiz eine Ausbildung abgeschlossen oder ein Diplom erhalten hat, der kann diese berufliche Qualifikation in der Schweiz anerkennen lassen, um sich den Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt zu erleichtern oder die hiesige Karriere zu befördern. Es gibt viele Berufe, besonders hochqualifizierte, bei denen eine solche Anerkennung zwingende Voraussetzung dafür ist, diesen Beruf in der Schweiz ausüben zu dürfen. Dazu gehören selbstverständlich auch die Medizinberufe, von Pflegefachkräften bis hin zu Ärzten.

Aufgrund der bilateralen Abkommen zwischen den EU/EFTA- Staaten und der Schweiz werden Ausbildungen mit gleichen Ausbildungsinhalten und gleichen Standards auch als entsprechend gleichwertig anerkannt, was bei EU-Bürgern ein erleichtertes und vor allem auch verkürztes Verfahren bedeutet.


Sämtliche erforderlichen Dokumente müssen dabei mit Originalbeglaubigung eingereicht werden. Dokumente ohne Beglaubigung oder mit kopierter Beglaubigung werden nicht akzeptiert. Dokumente, die nicht in Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch vorliegen, müssen dabei in einer offiziellen Übersetzung mit Originalbeglaubigung eingereicht werden.


Bei Nicht-EU-Bürgern ist das Verfahren etwas komplizierter. Hier gibt es die sogenannte «indirekte Anerkennung», sozusagen die Anerkennung der Anerkennung, bei der die Schweizer Behörden ein bereits in einem EU/EFTA-Staat anerkanntes Diplom anerkennen, weil es auch die Schweizer Standards erfüllt, wenn es den dortigen Standards entspricht. Für Nicht-EU-Bürger gibt es noch weitere zwingende Voraussetzungen, auf die wir in einem nachfolgenden Blogartikel genauer eingehen werden.


Zusätzlich sind bei den Medizinberufen auch noch Sprachkenntnisse erforderlich. Wer zum Beispiel in der Deutschschweiz als Arzt arbeiten will, der muss für seine Anerkennung mindestens Deutsch auf dem Niveau B2 oder eine mindestens einjährige Berufstätigkeit in einem deutschsprachigen Land belegen. Gleiches gilt natürlich auch für Französisch oder Italienisch, sollte man sich in die französischsprachige Romandie oder in die Italienische Schweiz bewerben wollen. Die B2-Stufe ist dabei jedoch gerade für Ärzte als das absolute Minimum zu verstehen, denn in der Medizin ist eine klare und fehlerfreie Kommunikation unerlässlich, weshalb viele Arbeitgeber bei Bewerbern mindestens das Niveau C1 erwarten.



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