• Alexander Pigulla

Kennzahlen zu Diplomen in der Humanmedizin

Aktualisiert: 20. Feb. 2020

Im Jahre 2017 erhielten in der Schweiz 935 Personen ihr eidgenössisches Diplom in der Humanmedizin. Dem gegenüber stehen 2949 Ärzte, deren ausländisches Diplom 2017 in der Schweiz anerkannt wurde. Dies entspricht einer Quote von 1:3,2.


Vergleicht man dies mit den Zahlen des Vorjahres 2016, so hat sich die Zahl der eidgenössischen Diplome (2016: 864) leicht und die der anerkannten ausländischen Diplome (2016: 2’948) kaum erhöht, was sich in einer nur gering veränderten Quote von 1:3,4 äussert.


Die Zahl der eidgenössischen Diplome pro 100'000 Einwohnern stieg dabei von 10,3 (2016) auf 11,1 (2017), worin sich wohl auch das Bemühen der Schweizer Universitäten widerspiegelt, ihre Ausbildungskapazitäten in der Humanmedizin substanziell zu erhöhen.


Von den 2’949 Ärzte, deren ausländisches Diplom im Jahre 2017 anerkannt wurde,

stammten 1’067 aus Deutschland. Damit blieb Deutschland auch weiterhin der unangefochtene Spitzenreiter bezüglich der anerkannten Medizin-Diplome, vor Italien (412) und Frankreich (362).


Was die Weiterbildungstitel betrifft, so waren die meisten ausländischen Mediziner, die ihre Diplome anerkennen liessen, Praktische Ärzte (274), mit einigem Abstand gefolgt von der Allgemeinen Inneren Medizin (147), Psychiatrie und Psychotherapie (123), Anästhesiologie (110) und Gynäkologie und Geburtshilfe (81).


Im Jahr 2017 praktizierten in der Schweiz 30’779 Ärztinnen und Ärzte (laut Eintrag im MedReg, Stichtag 31.12.2017), von denen 66,2% vollständig in der Schweiz ausgebildet wurden (Diplom und Weiterbildungstitel). Von diesen Ärzten haben 11’892 einen Grundversorgertitel, 14’926 einen Spezialistentitel und 3’961 beide Titel inne.


Unsere Einschätzung dieser Zahlen ist, dass sich bezüglich des Bedarfs der Schweiz an Nicht-Schweizer Ärzten mittel- und langfristig wenig ändern wird. Wenn man davon ausgeht, dass die Gesamtzahl der erworbenen und anerkannten Diplome den tatsächlichen Bedarf an Ärzten zumindest grob widerspiegelt, dann müssten die Schweizer Universitäten die Zahl ihre Absolventen mit Diplom in der Humanmedizin nahezu vervierfachen. Derzeit ist es erklärtes Ziel des Schweizer Bundesrates, die Zahl der Absolventen bis 2026 auf 1'300 zu erhöhen, was dieser Hochrechnung nicht im Ansatz entspricht. Es ist daher davon auszugehen, dass die Schweiz auch weiterhin ein attraktives Einwanderungsland für Ärztinnen und Ärzte bleiben wird.



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