• Alexander Pigulla

Mietwohnungen in der Schweiz

Aktualisiert: 3. Feb 2020

Wer als Deutscher in der Schweiz nach einer Mietwohnung sucht, der wird dabei über so manches stolpern, das ihm zunächst eher ungewöhnlich erscheint. Das fängt schon bei der Wohnungstür an, die sich beim Schliessen nicht allein verriegelt, sondern auch von aussen mit der Klinke zu öffnen ist. Wer seine Tür wirklich verschlossen wissen will, der muss sie von innen abschliessen.


In der Schweiz ist es auch ganz normal, dass Wohnungen inklusive der eingerichteten Küche vermietet werden. Wenn es später Probleme mit den Einbaugeräten geben sollte, dann ist der Vermieter dafür zuständig. Auch die Bäder sind meist schon mit Spiegelschränken, Rollenhalter etc. ausgerüstet. Das ist zwar sehr bequem, aber so einige Vermieter gehen bei der Auswahl gern auf Nummer sicher, weshalb die Küchen und Bäder gelegentlich einheitlich und wenig individuell daherkommen. Man sollte es übrigens tunlichst unterlassen, eigenmächtig Änderungen durchzuführen, insbesondere solche, die sich beim Auszug nicht wieder ohne weiteres rückgängig machen lassen. Die Küchen- und Badausstattungen sind für Schweizer fester Bestandteil der Wohnung und man nimmt die Wohnung in der Regel mit ihnen oder eben gar nicht.


Auch Waschmaschine und Tumbler (Wäschetrockner) sind üblicherweise bereits vorhanden und werden vom Besitzer des Hauses gestellt. In Mehrfamilienhäusern gibt es häufig eine Waschküche mit Geräten die sich das ganze Haus teilt, in der Regel nach einem Waschplan und häufig auch irgendeinem System, das dafür sorgt, dass jeder nur den Strom der eigenen Wäschen zu bezahlen hat.


Im Keller findet sich dann oft auch der Bunker des Hauses. Ja, Sie haben richtig gelesen (oder sind bereits Schweiz-Kenner). Die Schweizer Zivilschutzgesetze schreiben für jeden Bewohner einen eigenen Bunkerplatz vor. Dieser ist entweder unter dem eigenen Haus oder unter einem nahen öffentlichen Gebäude zu finden. Auch hier obliegt es dem Besitzer des Hauses, entweder für einen eigenen Schutzraum oder über eine Ausgleichszahlung eine ausreichende Zahl von Plätzen im nächsten öffentlichen Schutzraum zu gewährleisten.


Wenn es an das Aufhängen von Bildern oder überhaupt um das Anbohren von Wänden geht, ist Vorsicht geboten, nicht weil dies verboten wäre, sondern weil Elektrokabel in der Schweiz anders verlegt sind als zum Beispiel in Deutschland. Während Kabel in Deutschland nach einem gleichbleibenden, rechtwinkligen Schema verlegt werden, verlaufen sie in der Schweiz mitunter quer über die Wände direkt zum Ziel, häufig in Leerrohren. Hier empfiehlt es sich also, zunächst zum Messgerät und erst danach zu Bohrmaschine und Hammer zu greifen.


Was das Anschliessen von Lampen und fest installierten Elektrogeräten betrifft, so ist es in der Schweiz häufig gewünscht, dies Fachleuten zu überlassen. Bei einfacheren Installationen ist dies normalerweise nicht obligatorisch, aber sie sollten dies im Zweifel besser überprüfen, um im Schadensfall Probleme mit dem Vermieter oder der Versicherung zu vermeiden.


Sie sehen also, dass in der Schweiz zwar manches etwas anders ist, zumal an eher unerwarteten Ecken, man sich aber leicht damit arrangieren kann.



8 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen